Zufällige Erinnerungen
Wenn das Handy Bilder zurückholt, die man fast vergessen hatte
Kennt ihr das? Diese kleine, unscheinbare Funktion im iPhone, die einem völlig unangekündigt ein paar Fotos aus der Mediathek vorlegt – ohne Anlass, ohne Vorwarnung, einfach so. Kein Algorithmus fragt vorher um Erlaubnis. Er zeigt einfach, was war.
Gestern und heute hat mir mein Handy genau das gemacht. Eine kleine, zufällige Auswahl an Fotos aus älteren Tagen ist aufgepoppt – und geblieben. Nicht, weil sie technisch perfekt wären, sondern weil sie etwas ausgelöst haben: einen Moment, einen Ort, ein Gefühl von damals. Genau deshalb sind sie jetzt hier, unverändert in ihrer Auswahl, als kleine Sammlung.
Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich diese Bilder sind – und wie klar sie trotzdem eine Handschrift erkennen lassen. Mal ist es das Licht eines Sonnenuntergangs, das eine ganz normale Szene in etwas Besonderes verwandelt. Mal ist es die Stille eines Ortes, an dem man automatisch leiser wird. Und manchmal ist es einfach nur ein Baum am Straßenrand, der genau im richtigen Moment fotografiert wurde. Fotografie war für mich nie nur das Festhalten eines Motivs, sondern immer auch das Festhalten eines Zustands – wie ich einen Ort in diesem Augenblick erlebt habe. Diese kleine Auswahl zeigt das ganz gut: Städtisches neben Ländlichem, Farbe neben Schwarzweiß, laute Weite neben stiller Enge. Und trotzdem gehört für mich alles zusammen, weil es aus derselben Neugier heraus entstanden ist, genau hinzusehen.
Vielleicht geht es euch beim Betrachten ja ähnlich – dass das ein oder andere Bild eine eigene, ganz persönliche Erinnerung in euch wachruft, auch wenn ihr nicht an diesen Orten wart.
Expertises
Services

Vom Pausenplatz zur WM-Bühne

Grid in Motion.
