Mauthausen – ein Ort, der bleibt
Fotografien aus vier Besuchen an einem Ort des Erinnerns, des Innehaltens und der Verantwortung
Insgesamt habe ich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen viermal besucht. Die hier gezeigten Fotografien sind bei diesen Besuchen entstanden.
Mauthausen beeindruckt und erschüttert mich jedes Mal aufs Neue. Bewusst habe ich darauf verzichtet, die Krematoriumsöfen zu fotografieren. Nicht alles muss festgehalten oder gezeigt werden. Manches verlangt nach Stille, Zurückhaltung und persönlichem Innehalten.
Das Konzentrationslager Mauthausen wurde 1938 errichtet. Gemeinsam mit Gusen und einem Netz von mehr als 40 Außenlagern bildete es ein weit verzweigtes System aus Terror, Zwangsarbeit und systematischer Vernichtung. Die Häftlinge mussten zunächst vor allem im Steinbruch „Wiener Graben“, später zunehmend auch in der Rüstungsindustrie arbeiten. Rund 190.000 Menschen waren im Lagersystem Mauthausen inhaftiert – mindestens 90.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Am 5. Mai 1945 wurde das Lager von der US-Armee befreit.
Bis heute ist Mauthausen für mich ein einzigartiges historisches Zeugnis. Vieles ist noch im Original erhalten. Mauern, Baracken, Tore und Wege lassen erahnen, was sich an diesem Ort abgespielt hat – auch wenn das tatsächliche Leid wohl niemals vollständig begreifbar sein wird.
Große Anerkennung verdienen all jene Menschen, die diesen Ort erhalten, erforschen und seine Geschichte vermitteln. Besonders hervorheben möchte ich die vielen ehrenamtlich Engagierten, die Führungen ermöglichen, Gedenkarbeit leisten und dafür sorgen, dass die Erinnerung nicht verloren geht.
Ein besonderes Zeichen setzt für mich auch das Bistro der Gedenkstätte: Dort arbeiten Menschen mit Behinderungen gemeinsam mit Gastronomie- und Betreuungskräften. An einem Ort, der für Entrechtung und die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten steht, werden heute Inklusion, Wertschätzung und ein selbstverständliches Miteinander gelebt.
Mauthausen lässt mich auch nach vier Besuchen nicht los. Vielleicht sollte es das auch niemals.
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