Die Compact Disc galt als technisch überholt und kulturell erledigt. Nun melden britische Medien steigende Verkäufe von CD-Playern, die weltweiten Umsätze wachsen wieder und eine junge Generation entdeckt silberne Scheiben, Booklets und das bewusste Musikhören. Erlebt die CD tatsächlich ein Revival – oder hören wir bloss das Echo einer vergangenen Zeit?

Ich bin mit Kassetten gross geworden. Vielleicht rührt daher meine bis heute anhaltende Affinität für Geschichten. Denn eine Kassette enthielt nie nur Musik. Sie hatte eine Vorgeschichte, eine Reihenfolge, eine Handschrift auf dem Etikett und meistens auch ein paar Nebengeräusche, die eigentlich gar nicht zur Aufnahme gehörten.

Kassetten waren kleine Archive des eigenen Lebens.

Da gab es die gekauften Musikkassetten, die sorgfältig gehüteten Mixtapes und natürlich jene Exemplare, deren Beschriftung irgendwann nur noch ungefähr stimmte. Auf der Hülle stand vielleicht «Hits 1987», tatsächlich befanden sich darauf drei Lieder aus der Hitparade, ein halbes Hörspiel, ein Wetterbericht und ein rätselhaftes Gespräch aus dem Nebenzimmer.

Auch der Bandsalat gehörte zum Leben. Wenn sich das Magnetband im Gerät verhedderte, begann eine feinmechanische Notoperation mit Bleistift, Geduld und einem Optimismus, den man heute höchstens noch beim Aktualisieren eines Computersystems aufbringt.

Sonntags musste die Welt kurz still sein

Besonders wichtig war für mich die Schweizer Hitparade am Sonntag. Wer Musik liebte und wissen wollte, was gerade angesagt war, hörte Radio. Nicht nebenbei, sondern aufmerksam. Mit einer leeren Kassette im Rekorder, einem Finger auf der Aufnahmetaste und der Hoffnung, im entscheidenden Moment schnell genug zu reagieren.

Das war Streaming mit erhöhtem Puls.

Man wusste nicht genau, wann das gewünschte Lied kommen würde. Man musste warten, zuhören und bereit sein. Begann der Song, wurden möglichst gleichzeitig «Record» und «Play» gedrückt. Danach durfte im Zimmer nichts mehr geschehen.

Kein Husten. Kein Stühlerücken. Kein Staubsauger vor der Tür. Und vor allem durfte niemand klopfen.

Natürlich klopfte immer jemand.

Oder die Tür ging gleich ganz auf und eine Stimme fragte mit beeindruckender Lautstärke: «Was machsch?» Damit war die Aufnahme zwar musikalisch beschädigt, familiengeschichtlich aber für immer dokumentiert. Auch Radiomoderatoren besassen ein unheimliches Talent dafür, genau in die letzten Takte eines Liedes hineinzusprechen. Für sie war es eine elegante Überleitung. Für uns war es Vandalismus.

Trotzdem hatten diese Aufnahmen einen besonderen Wert. Man hatte auf die Musik gewartet, sie im richtigen Moment eingefangen und danach entschieden, an welcher Stelle der Kassette sie ihren Platz bekam. Musik war nicht einfach jederzeit verfügbar. Sie musste gesucht, aufgenommen, gekauft oder von jemandem ausgeliehen werden.

Vielleicht hörten wir deshalb anders zu.

Dann kam die silberne Zukunft

Die Compact Cassette war 1963 von Philips vorgestellt worden. Rund zwei Jahrzehnte später kündigte sich ihr vermeintlicher Nachfolger an: eine glänzende Scheibe, die Musik mit einem Laser abtastete und damit verdächtig nach Science-Fiction klang.

Philips präsentierte 1979 einen Prototyp der Compact Disc. Anschliessend entwickelten Philips und Sony einen gemeinsamen technischen Standard. 1982 brachte Sony mit dem CDP-101 den ersten kommerziell erhältlichen CD-Player auf den Markt. Bereits 1988 wurden laut dem Computer History Museum weltweit mehr CDs als Schallplatten verkauft.

Der Siegeszug war erstaunlich schnell. Am Anfang waren die Geräte teuer und die Auswahl an Alben überschaubar. Doch die Vorteile leuchteten sofort ein: kein Zurückspulen, kein Bandsalat, kaum Grundrauschen und die Möglichkeit, direkt zu Lied sieben zu springen, ohne vorher sechs andere Lieder im Schnelllauf vorbeizischen zu hören.

Die CD versprach «perfekten Klang für immer». Das war als Werbesatz etwas mutig. Auch eine CD konnte zerkratzt werden, springen oder sich unter einer Schicht aus Fingerabdrücken in ein kriminaltechnisches Beweisstück verwandeln. Im Vergleich zur Kassette wirkte sie dennoch beinahe unverwüstlich.

Bald standen CD-Player in den Wohnzimmern. Es gab Discman-Geräte für unterwegs, CD-Wechsler für Menschen, denen eine einzige Scheibe pro Abend zu wenig war, und später Autoradios, Computerlaufwerke und kompakte Stereoanlagen. Sony brachte bereits 1984 den ersten tragbaren CD-Player auf den Markt – ein Gerät, das ungefähr so «tragbar» war, wie damalige Batterien ausdauernd waren. Aber die Richtung war klar: Musik sollte digital, kompakt und mobil werden.

In den 1990er-Jahren wurde die CD zum selbstverständlichen Format. Musikgeschäfte widmeten ihr ganze Wände. Man blätterte durch die Hüllen, betrachtete Cover, las Booklets und überlegte, ob man tatsächlich zwanzig Franken für ein Album ausgeben wollte, von dem man bisher nur eine einzige gute Single kannte.

Manchmal stellte sich zu Hause heraus: Nein, hätte man nicht sollen.

Aber auch diese Fehlkäufe gehörten zur musikalischen Bildung. Ein Album verlangte eine gewisse Geduld. Stücke, die beim ersten Hören unscheinbar wirkten, wurden nach einigen Durchläufen zu Lieblingsliedern. Heute können wir einen Titel nach sieben Sekunden wegwischen. Damals hatte er wenigstens bis zum Refrain Zeit, sich zu erklären.

Nicht das Streaming verdrängte die CD zuerst

Die CD wurde nicht an einem bestimmten Tag durch Spotify ersetzt. Ihr Niedergang erfolgte in mehreren Schritten.

Zunächst kam das MP3-Format. Musik liess sich plötzlich stark komprimieren, auf Computer kopieren und über das Internet austauschen. Tauschbörsen wie Napster zeigten ab 1999, dass Musik nicht mehr zwingend an einen Gegenstand gebunden sein musste.

Danach kamen CD-Brenner. Ausgerechnet ein CD-Laufwerk half dabei, das klassische Album weiter aufzulösen. Nun konnte jeder seine eigenen Zusammenstellungen brennen – die digitale Fortsetzung des Mixtapes, nur ohne Bleistift und Bandsalat. Titel wurden aus verschiedenen Quellen zusammengesucht, neu angeordnet und mit selbst gestalteten Covern versehen. Manche dieser Covers sahen sogar beinahe professionell aus, sofern man sehr weit davon entfernt stand.

Mit dem iPod und digitalen Musikläden wie iTunes wurde die einzelne Datei wichtiger als das Album. Man kaufte nicht mehr unbedingt zwölf Titel, wenn man eigentlich nur zwei davon wollte. Tausende Lieder passten in die Hosentasche. Damit verlor die CD einen ihrer grössten Vorteile: ihre Kompaktheit.

Der entscheidende Wandel folgte mit dem Streaming. Spotify startete 2008 zunächst in mehreren europäischen Ländern; danach verbreitete sich das Modell rasch weiter. Nun musste Musik weder aufgenommen noch gekauft, heruntergeladen oder in ein Regal gestellt werden. Sie war einfach da.

Damit änderte sich nicht nur das Format, sondern das Prinzip. Früher besassen wir Musik. Heute besitzen wir in erster Linie den Zugang zu ihr.

Das ist unglaublich bequem. Gegen einen monatlichen Betrag steht uns ein Musikkatalog zur Verfügung, der früher mehrere Lagerhallen gefüllt hätte. Wir können innerhalb von Sekunden von Patent Ochsner zu Pink Floyd, von Mozart zu Metallica und von Taylor Swift zu einem isländischen Jazztrio wechseln, dessen Namen wir uns nicht merken können.

Gleichzeitig wurde Musik dadurch ein wenig unsichtbar. Kein Cover liegt auf dem Tisch. Kein Booklet wird gelesen. Kein Regal verrät, welche Alben einen Menschen begleitet haben. Eine Playlist hinterlässt im Wohnzimmer keine Spur.

Und nun soll die CD plötzlich zurückkommen?

Seit einiger Zeit melden vor allem britische Medien eine neue Begeisterung für CDs. Kurz vor Weihnachten 2025 berichtete der Guardian, die britische Warenhauskette John Lewis habe ihr Angebot an CD-Playern wegen steigender Nachfrage erweitert. Innerhalb eines Jahres seien die Verkäufe dort um 74 Prozent gestiegen. Besonders jüngere Menschen würden CDs und andere ältere Medien neu entdecken.

Das klingt spektakulär. Aber bedeutet es, dass wir schon bald wieder alle vor einer Stereoanlage sitzen und überlegen, in welches Fach des CD-Wechslers Dire Straits gehören?

Noch nicht ganz.

Ein einzelner Händler ist kein vollständiger Markt. Und wenn eine zuvor kleine Zahl stark wächst, entsteht schnell eine beeindruckende Prozentangabe. Wer im vergangenen Jahr zehn CD-Player verkaufte und dieses Jahr siebzehn, kann schliesslich ebenfalls ein beneidenswertes Wachstum verkünden.

Trotzdem sind die britischen Beobachtungen mehr als eine reine Medienfantasie.

Nach Angaben des britischen Branchenverbands BPI stiegen die Einnahmen aus CDs 2025 um 3,1 Prozent auf 99,6 Millionen Pfund – der höchste Wert seit 2021. Der gesamte britische Markt für physische Musik wuchs sogar um 12,8 Prozent. Allerdings wurde dieses Wachstum hauptsächlich von der Schallplatte getragen, deren Umsatz um 19,9 Prozent zulegte.

Hinzu kommt eine wichtige Feinheit: Umsatz ist nicht dasselbe wie die Zahl der verkauften Scheiben. Die Handelsorganisation ERA verzeichnete im britischen Detailmarkt trotz höherer Industrieeinnahmen weiterhin einen Rückgang beim CD-Absatz. Höhere Preise, Sonderausgaben und besonders erfolgreiche Veröffentlichungen können also dafür sorgen, dass mehr Geld mit CDs verdient wird, obwohl nicht zwingend mehr CDs über den Ladentisch gehen.

Taylor Swift spielte auch hier eine erhebliche Rolle. Ihr Album The Life of a Showgirl verkaufte sich in Grossbritannien 2025 rund 226’000-mal auf CD. Ebenfalls erfolgreich waren neue Alben von Ed Sheeran und Lady Gaga. Das ist interessant: Nicht nur alte Pink-Floyd- und Oasis-Alben treiben den Markt. Auch aktuelle Veröffentlichungen werden bewusst als CD gekauft.

Weltweit ein Plus – in der Schweiz ein Minus

Auch der globale Markt liefert Argumente für die optimistischen Schlagzeilen. Gemäss dem Global Music Report 2026 der IFPI stiegen die weltweiten CD-Umsätze 2025 um 3,7 Prozent. Die Einnahmen mit allen physischen Musikformaten zusammen wuchsen um acht Prozent auf 5,3 Milliarden US-Dollar.

Das ist eine echte Trendänderung nach einem schwächeren Vorjahr. Es ist aber noch kein Beweis für eine langfristige Renaissance. Ein Revival wie bei der Schallplatte lässt sich erst erkennen, wenn das Wachstum mehrere Jahre und verschiedene Märkte umfasst. Vinyl wächst weltweit inzwischen seit 19 Jahren in Folge. Die CD hat bislang vor allem ein erfreuliches Lebenszeichen gesendet.

In der Schweiz sieht die Entwicklung nämlich ganz anders aus. Laut IFPI Schweiz gingen die CD-Umsätze 2025 um weitere 13 Prozent auf 8,4 Millionen Franken zurück. Es war das 25. Jahr mit sinkenden CD-Verkäufen. Streaming erzielte dagegen 237 Millionen Franken und beherrschte mit 92 Prozent Anteil den Schweizer Musikmarkt.

Auch in Deutschland sank der CD-Umsatz 2025 um 11,3 Prozent. Trotzdem blieb die CD dort mit einem Marktanteil von 7,2 Prozent das zweitwichtigste Format nach dem Streaming und lag noch knapp vor Vinyl. Verkauft wurden laut Bundesverband Musikindustrie rund 10,6 Millionen CD-Alben – 14,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Gerücht vom grossen CD-Comeback stimmt daher nur teilweise.

Weltweit und besonders in Grossbritannien gibt es eine erkennbare Stabilisierung, teilweise sogar Wachstum. In der Schweiz und in Deutschland setzt sich der Rückgang hingegen fort. Von einer flächendeckenden Rückkehr in unsere Wohnzimmer kann noch keine Rede sein.

Warum die CD trotzdem wieder interessant wird

Dass ausgerechnet junge Menschen CDs entdecken, ist weniger seltsam, als es zunächst klingt. Für sie ist die CD nicht unbedingt ein veraltetes Alltagsmedium. Sie kann etwas Neues, Ungewohntes und angenehm Umständliches sein.

Man besitzt tatsächlich etwas

Eine CD verschwindet nicht aus dem Regal, weil ein Lizenzvertrag ausläuft. Sie benötigt kein Benutzerkonto, kein Abonnement und keine Internetverbindung. Niemand blendet Werbung ein, niemand ändert über Nacht die App-Oberfläche und niemand empfiehlt nach drei Weihnachtsliedern bis in den April hinein festliche Playlists.

Sie zwingt uns zu einer Entscheidung

Beim Streaming ist fast alles verfügbar. Gerade deshalb kann die Auswahl anstrengend werden. Eine CD reduziert die Welt für ungefähr 45 Minuten auf ein einziges Album. Man legt sie ein, drückt auf «Play» und hört im Idealfall weiter, auch wenn Titel drei nicht sofort begeistert.

Die kleine Unbequemlichkeit kann zu mehr Aufmerksamkeit führen.

Die Musik erhält wieder einen Körper

Cover, Booklet, Fotos, Texte und Gestaltung machen ein Album sichtbar. Man kann es verschenken, signieren lassen, sammeln oder später zufällig wiederfinden. Ein Doppelklick auf eine Playlist kann praktisch sein. Ein zerlesenes Booklet kann eine Erinnerung tragen.

Gebrauchte CDs sind oft erstaunlich günstig

Während manche neuen Vinyl-Ausgaben Preise erreichen, bei denen man kurz über eine alternative Altersvorsorge nachdenkt, finden sich gebrauchte CDs häufig für wenige Franken. Wer heute eine Sammlung beginnen möchte, kann komplette Diskografien zu Preisen entdecken, für die man andernorts gerade zwei Schallplatten erhält.

Der Klang ist weiterhin ausgezeichnet

Die klassische Audio-CD speichert Musik unkomprimiert mit 16 Bit und 44,1 Kilohertz. Das reicht für eine sehr hohe Wiedergabequalität. Ob eine CD tatsächlich besser klingt als Streaming, hängt allerdings vom jeweiligen Dienst, dessen Qualitätseinstellung, der Anlage und vor allem vom verwendeten Master ab. Moderne Streamingdienste bieten teilweise ebenfalls verlustfreie oder hochauflösende Formate an.

Die CD gewinnt klanglich also nicht automatisch. Sie muss sich aber auch mehr als vierzig Jahre nach ihrer Einführung nicht verstecken.

Popstars haben den Sammlerwert entdeckt

Viele neue Alben erscheinen in mehreren CD-Versionen – mit verschiedenen Covers, Bonusliedern, Fotokarten oder signierten Beilagen. Besonders K-Pop hat gezeigt, dass ein physisches Album gleichzeitig Musikträger, Fanartikel und Sammlerstück sein kann.

Das belebt den Markt, wirft aber auch eine Frage auf: Werden diese CDs tatsächlich gehört – oder vor allem gesammelt? Für die Verkaufsstatistik ist das egal. Für ein echtes Comeback als Abspielmedium eher nicht.

Und ja: CD-Player gibt es noch

Wer heute eine CD abspielen möchte, muss kein Museum besuchen. Es gibt weiterhin klassische Einzelgeräte für Stereoanlagen, kompakte Anlagen mit Radio, Streaming und CD-Laufwerk, portable Player sowie moderne Geräte mit Bluetooth-Ausgang. Auch hochwertige CD-Transports werden noch gebaut.

Was vielerorts fehlt, ist nicht die Technik, sondern die Gewohnheit. Neue Autos, Laptops und Lautsprechersysteme besitzen meist kein Laufwerk mehr. Wer zur CD zurückkehren möchte, muss sich bewusst dafür entscheiden – ähnlich wie bei einem Plattenspieler.

Genau darin könnte ein Teil ihres neuen Reizes liegen.

(KI-generiert)

Wird die CD das Streaming wieder verdrängen?

Nein. Dafür ist Streaming zu praktisch, zu weit verbreitet und zu tief in unseren Alltag eingebaut. Weltweit stammten 2025 bereits 69,6 Prozent der Einnahmen mit aufgenommener Musik aus dem Streaming. In der Schweiz waren es sogar 92 Prozent.

Aber die Frage muss vielleicht anders gestellt werden.

Die CD muss Streaming nicht ersetzen, um wieder eine Rolle zu spielen. Menschen können unterwegs Playlists hören und zu Hause ein Lieblingsalbum auf CD besitzen. Sie können über Streaming neue Musik entdecken und anschliessend jene Werke kaufen, die ihnen etwas bedeuten.

So betrachtet wäre die Zukunft nicht entweder digital oder physisch, sondern beides:

Streaming für die grenzenlose Auswahl. Die CD für die bewusste Bindung.

Ein Revival – aber eines mit kleinen Buchstaben

Erlebt die CD also ein Revival?

Vielleicht sollten wir vorerst von einer Wiederentdeckung sprechen. Global sind die Einnahmen 2025 erstmals wieder spürbar gestiegen. In Grossbritannien wächst das Interesse an Geräten und besonderen Veröffentlichungen. Gleichzeitig sinken die Verkaufszahlen in der Schweiz und in Deutschland weiter.

Die CD kehrt daher wahrscheinlich nicht als dominierendes Massenmedium zurück. Sie könnte aber dauerhaft als erschwingliches Sammlerobjekt, hochwertiger Musikträger und Gegenmittel zur digitalen Flüchtigkeit bestehen.

Und vielleicht reicht das bereits.

Denn manchmal vermisse ich nicht nur den Klang vergangener Formate. Ich vermisse die Geschichten, die an ihnen hafteten: die mit Kugelschreiber beschriftete Kassette, das Warten auf die Hitparade, den Finger auf der Aufnahmetaste – und natürlich jene Person, die genau im falschen Moment ins Zimmer platzte.

Heute steht fast jede Musik der Welt sofort zur Verfügung. Das ist grossartig. Aber womöglich sehnen wir uns gerade deshalb wieder nach etwas, das wir anfassen, einlegen und von Anfang bis Ende hören können.

Vielleicht braucht die CD gar kein grosses Revival.

Vielleicht braucht sie nur wieder jemanden, der auf «Play» drückt.

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